Freitag, 8. Februar 2008

Sinnsprüche

Zan Essn und zan Betn soi ma neamd netn. (Zum Essen und zum Beten soll man niemanden zwingen.)

Daweu si da Große buckt, hots da Kloane zuckt. (Die Kleinen sind oft flinker als die Großen.)

Wer net bander, kâô net hausn. (Wer sich nicht provisorisch zu behelfen weiß, wird nichts erreichen.)

A guate Goschn is mehr wert wia a schlechte Baunkeischn. (Ein gutes Mundwerk ist mehr wert als ein altes Bauernhaus.)

Wia da Herr, so s Gscher. (Wie der Herr, so seine Untergebenen.)

Wos da Bau net kennt, frisst er net. (Bauern sind in allem sehr vorsichtig.)

Holler-kô is glei ban Lô. (Hollerröster ist sehr gut verdaulich.)

Jeder Sporer findt sein Zêhrer. (Für jeden Sparer findet sich jemand, der ihm das Geld wiederrum abnimmt.)

Hi und do findt a a blinde Henn a Kerndl. (Manchmal hat auch ein Pechvogel Glück.)

Hi und do foit a âna gscheitn Henn a Oa in Dreck. (Auch Alleskönner können einmal irren.)

Wo nix is, hot da Kaiser s Recht valorn. (Wer nichts hat, dem kann niemand was wegnehmen.)

Hei-nga soi ma, wonn d Sunn scheint. (Günstige Gelegenheiten muss man rasch ausnützen.)

Bessa wos dawort wia darennt. (Günstige Gelegenheiten kommen oft beim Abwarten, nicht beim Nachlaufen, also von selbst.)

Wer s Mäu net aufmocht, mocht n Bei-l auf. (Wer nicht um seine Sachen streitet, hat immer einen finanziellen Nachteil.)

Dummheit und Stoiz wochsn auf oan Hoiz. (Dumme Personen sind auch meistens stolz.)

Wos s Haus valiert, findt s Haus wieda. (Was im Haus verloren geht, wird dort auch wieder gefunden.)

A jeds Mandl hot sei Brandl. (Jeder Mann hat irgendwelche Schrullen oder Spleens.)

Üwagebm - nimma lebm. (Den Besitz übergeben bedeutet das Ende.)

Schwitzn wia a Firmgöd. (Der Firmpate kommt schnell ins Schwitzen, weil er bei einer Firmung viel zahlen muss.)

Schpeibm wia a Ho-zat-hund. (Wer zu viel isst, muss sich übergeben wie jene Hunde, die bei einer Hochzeit zu viel fressen bekommen.)

Zittern wia a Lampi-schwoaf. (Zittern wie der Schwanz eines Lammes, der auch ständig in Bewegung ist.)

Aufpassn wia a Haftlmocha. (Beim Anbringen der Schlaufen und Ösen am Webstuhl muss man sehr aufpassen, weil sonst Fehler in das Gewebte kommen.)

Umreißn wia an Schoas in der Reitta. (Es reißt einen hin und her wie einen Furz im Sieb, der auch nicht weiß, bei welchem Loch er hinaussoll.)

Schrêin wia a Zehnt-brecha. (Vor großem Schmerz schreien, als ob einem Zähne ausgebrochen werden.)

Keicha wia a Postroß. (Schwer atmen wie ein Zugpferd der Post, das sehr viel ziehen musste.)

Buglat, wia wonn a Bär soacht. (Krumm wie der Harnstrahl eines Ebers.)

Grinsn wia a neilackierts Hutschpferd. (Lächeln wie ein frisch gestrichenes Schaukelpferd.)

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