Unter Anderem mit einer Tanzaufführung der besten Frau von allen: Miri!
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wurmi - 15. August, 09:31
In Eudossia, das sich nach oben und nach unten erstreckt mit seinen winkeligen Sträßchen, Treppen, Sackgassen, Elendshütten, bewahrt man einen Teppich auf, auf dem du die wahre Gestalt der Stadt betrachten kannst. Auf den ersten Blick scheint nichts weniger Eudossia zu gleichen als die Zeichnung des Teppichs, eine Anordnung symmetrischer Figuren, die an Geraden und Kreisen entlang ihre Motive wiederholen, und gewoben aus Wollle schönster Farben, deren abwechselnden Verlauf du auf dem ganzen Gewebe verfolgen kannst. Verweilst du aber und betrachtest ihn aufmerksam, wirst du dich davon überzeugen, dass einer jeden Stelle des Teppichs eine Stelle in der Stadt entspricht und dass alle in der Stadt vorhandenen Dinge in der Zeichnung enthalten sind, geordnet nach ihren wahren Beziehungen, die deinem vom Hinundher, vom Gewimmel, vom Gedränge abgelenkten Auge entgehen. Das ganze Durcheinander von Eudossia, Eselsralen, Rußflecken, Fischgeruch, erscheint dir nur in der Teilperspektive, die du erfaßt; der Teppich aber beweist, dass es einen Punkt gibt, von wo aus die Stadt ihre wahren Proportionen, das geometrische Schema in jeder ihrer kleinsten Einzelheiten zeigt.
Man kann sich leicht verirren in Eudossia; doch wenn du dich darauf konzentrierst, den Teppich fest anzusehen, erkennst du die Straße, die du gesucht hast, in einem cremefarbenen oder indigoblauen oder amarantfarbenen Faden, der dich über einen langen Umweg in ein purpurnes Feld führt, dein eigentliches Ziel. Jeder Einwohner von Eudossia vergleicht an der unbeweglichen Ordnung des Teppichs eins seiner Bilder von der Stadt, eine seiner Ängste, und jeder kann eine in den Arabesken versteckte Antwort finden, die Erzählung seines Lebens, die Wendungen des Schicksals.
Über den geheimnisvollen Zusammenhang zwischen zwei so verschiedenen Dingen wie Teppich und Stadt hat man ein Orakel befragt. Das eine der beiden - lautete die Antwort - hat die Form, die von den Göttern dem gestirnten Himmel und den Bahnen verliehen wurde, auf denen die Welten kreisen; das andere ist nur ein annähernder Abglanz, wie jedes Menschenwerk.
Die Auguren waren sich seit langem sicher, dass die harmonische Zeichnung des Teppichs göttliches Werk sei; in diesem Sinne wurde das Orakel ausgelegt, ohne dass man Zweifel daran hätte aufkommen lassen. Doch ebensogut kannst du die entgegengesetzte Schlussfolgerung ziehen: dass die wahre Karte des Universums die Stadt Eudossia sei, wie sie ist, ein Klecks, der sich formlos ausbreitet, mit lauter kreuz und quer verlaufenden Straßen, Häusern, die eins über dem andern in dicken Staub stürzen, Feuersbrünsten, Schreien im Dunkel.
Italo Calvino - Die unsichtbaren Städte
wurmi - 7. Februar, 09:26
Nun ist es soweit. Wir sind rund und g'sund in Indien angekommen. Nach einer sehr anstrengenden Fahrt von Nepal Grenze, sind wir seit gestern in Delhi. Die Erste Zugfahrt in einem indischen Schlafwagon. Schlafen konnte ich nicht wirklich viel, da ich mein Bett mit meinem Rucksack geteilt habe, der mitlerweile schon untragbare Dimensionen angenommen hat. Nachdem er mit den Einkaeufen aus Nepal gespeisst ist.
Nun ja, die ersten Eindruecke aus diesem gewaltigen Land. Das von den Reisebueros so hoch gepriesen Land der Gerueche, hat sich fuer uns bestaetigt. Doch ist es bestimmt kein Land der Currygerueche. Viel mehr ueberwiegt der Geruch von Kuhscheisse und Muell. Es ist ueberall Chaos. An den Bahnhoefen z.B. gibt es Schalter in Huelle und Fuelle, jeder fuer einen anderen Zweck. Anfangs ist es etwas verwirrend gewesen, jedoch gluecklicherweise gibt es eigene Schalter fuer Auslaender.
Verglichen mit Nepal ist es doch um einiges chaotischer, und die Strassen frequentierter. Aber Nepal ist auf jeden Fall ein guter Vorgeschmack gewesen und hat uns den Kulturschock etwas erleichtert.
Leider hatten wir noch nicht wirklich Zeit uns etwas anzusehen. Abgesehen von dem Bazaar in dem unser Hotel ist. Aber das hat noch Zeit. Vorerst wollen wir mal hier ankommen und uns auf dieses gewaltige Land einstellen.
Morgen fahren wir in den Norden weiter und treffen einen Freund aus Wien, den wir jetzt schon ueber ein Jahr nicht gesehen haben. Wir freuen uns schon sehr auf ihn.
wurmi - 22. September, 08:45
Der internationalste Steirerhut. Laender von links nach rechts: Mongolei, China, Tibet, Nepal, Indien
Nach einer bisher 4 monatigen Reise, werden wir in der naechsten Zeit unsere letzte Destination, vor der Heimreise erreichen. Wir haben, so wie gewollt, seither alle Laender auf dem Landweg bereist. Unser letztes Ziel wird das gewaltige Indien sein und wird fast die Haelfte unserer insgesamt geplanten Reisezeit in Anspruch nehmen.
Und wie man oben sehen kann der Steirerhut war stets dabei und hat den Mostviertler bei seinen Reisen im Osten begleitet. Die weltbekannten Rundungen des Steirerhutes dienten stets als deutliches Erkennungsmerkmal fuer die Einheimischen. So blieb es mir groesstenteils erspart den lokalen Menschen den Unterschied zwischen Austrialien und Austria zu erklaeren, was sehr angenehm war.
wurmi - 9. September, 12:49
Ja, es gab einen Bombenanschlag in Kathmandu. Was ich gelesen hab wurde es aber nicht grossartig in den oesterr. Printmedien gebracht. Sollte es dennoch jemand mitbekommen haben, laesst euch sagen, dass es uns gut geht.
Wir sind zeitiger als gedacht mit unserem Trekk, durch das ueber 8 000 m hohe Annapurna Gebirge, fertig. Geplant hatten wir 3 Wochen und geschafft haben wir es in 13 Tagen. Wir haben nicht so viele Tage zum akklimatisieren gebraucht, da wir noch von Tibet her hoehere Hoehenlagen gewohnt sind. Einwand von Miri: "Das hat nichts damit zu tun!" Gut, aber wir hatten dennoch keine groeberen Probleme.
Ein paar Daten: Der Trekk geht ueber einen Pass von 5416 m. Er beginnt bei 886 m und verlaeuft von Osten in einem Halbkreis nach Westen. Die Leute sind Anfangs Hindus und je weiter noerdlich man kommt, leben auch immer mehr Tibeter (Ergaenzung von Miri: "Tibeter sind Buddhisten und es gibt auch Gurung." (Ich: "???????")). Denn ganzen Trekk, gibts jede Menge Isrealis. Der Trekk hat auch den Beinamen "Apple Pie Trekk" da es in jeder Huette auch lecker Apfelstrudel fuer die Traveller gibt. Durchschnittlich hatten wir zusammen, teaglich 0.3846 mal Schmerzen an den Beinen. Davon waren 20 % durch Blasen auf den Fuessen. 40 % Gelenkschmerzen und wieder 20 % Muskelschmerzen. Miri hatte eine kleine Hoehenkrankheit. Ich nicht. Jedoch der Verstand spielt ab ca. 4000 m etwas verrueckt. Wir konnten nicht wirklich schlafen und dass Essen schmeckte nicht mehr, obwohl das ev. auch mit den Koechen in Verbindung gebracht werden koennte. Die Landschaft veraendert sich fast jeden Tag. Anfangs ist es sehr tropisch und auch sehr schwuel. Ueberall wachsen Bananenpalmen und riesen Farne. Die Berge sind von oben bis unten begruent. Es errinnert an einen ehrwuerdigen Bud Spencer und Terrance Hill Film, mit dem Unterschied, dass hier kein Biermangel herrscht.
wurmi - 3. September, 07:51
Wir werden den 21 taegigen Annapurna Trekk machen. Teile davon sind in Monsungegend. Aber wir haben gutes Material dabei. Da in den Bergdoerfern wahrscheinlich keine Internetverbindung zu kriegen ist, sind wir dann erst wieder Anfang September virtuell erreichbar.
wurmi - 17. August, 14:44
Nach einer insg. 34 Stunden Fahrt sind wir verkatert in Kathmandu angekommen. Da der Jeep schon voll war durfte ich im Kofferraum auf dem Notsitz Platz nehmen. Was sich schnell als der angenehmste Sitz im ganzen Jeep rausgestellt hat. Da in der vorderen 3 und in der hinteren Reihe 4 Leute gesessen haben. Ich habs mir dagegen mit den Rucksaecken von den ganzen Leuten gemuetlich gemacht und hatte Entscheidungsprobleme was ich als Polster nehmen sollte.
Seit wir unsere Reise begonnen haben, haben wir insgesamt schon weit ueber 100 Stunden in den ungemuetlichsten Transportmitteln verbracht. Der Rekord waren auf 11 Sitzplaetze 21 Leute in der Mongolei in einem russischen Gelaendefahrzeug aus dem Jahre 1955. Das ekligste war der Schlafbus, der sich auch einen eigenen Beitrag verdient hat. Und das angenehmste war die Transsib von Beijing in die Mongolei. Der Zug war zwar vom alten Schlag, aber dafuer konnte man sich immer kochendes Wasser fuer Tee holen und die Bettlacken waren frisch gewaschen.
Nepal ist fuer uns seit langem wieder mal ein Land zum durchatmen. Die Leute sind irrsinnig gastfreundlich. Es ist eine Leichtigkeit mit ihnen ins Gespraech zu kommen. Auch das rumreisen wird einem nicht schwer gemacht. Man kann immer die oeffentlichen benutzen, sofern es welche zu der Destination gibt. Verglichen mit China und Tibet ein Traum.
Wir haben jetzt ca. 2 Monate Visum fuer Nepal die wir aber nicht komplett nutzen werden, da uns sonst die Zeit zu knapp wird in Indien.
wurmi - 17. August, 14:30
wurmi - 11. August, 08:27
Also wir haben uns den Travel Agencies ergeben und eine Tour gemacht zum hoechsten See auf dieser Erde. Jetzt koennen wir sagen wir waren am Niedrigsten und am Hoechsten. Totes Meer 400 m unter dem Seelevel und Namtso glatte 4720 darueber. Natuerlich ist dieser Platz so touristisch wie die Getreidegasse, mit dem Unterschied, dass es anstatt einer japanischen Kolonie einer Europaeischen gleicht. Aber fuer uns bekennende Individualtouristen, ist auch dass kein Grund klein bei zu geben. Also haben wir unser Zelt gepackt und haben abseits von dem Containermarkt und -schlafplaetzen, Ausschau nach moeglichen Plaetzen gehalten. So einfach war die Suche nach einem ebenen Plaetzchen leider nicht. Sehr respektlos, muss man schon sagen, haben wir unser Zelt in einer Hoehle aufgeschlagen in der die tibetischen Pilger kommen um ihre Yuan-Scheine an die Wand zu kleben und zu beten. Es war saukalt in der Nacht. Unserem chinesichen Campingequipment sei dank, hatte es statt 5 Grad Aussentemperatur, nur angenehme 7 Grad bei uns drinnen. Da ich die letzten 3 Stunden vor Sonnenaufgang, der Kaelte wegen meine Augen nicht mehr zubekam, hatte ich genug Zeit diverse Outdoorfirmen zu verfluchen.
Der angebrochene Tag brachte meinem kalten Gemuet auftauende Sonnenstrahlen und so konnten wir bis unser Bus ging, noch gemuetlich am Strand liegen und die Landschaft geniessen. Der See liegt inmitten von Gletscherbergen, die das Bild, wenn keine Wolken am Himmel sind, atemberaubend machen. Leider haben wir es nicht gewagt in den sehr kalten See zu gehen.
Bei unserer organisierten Tour war auch ein Halt an einer heissen Quelle inkludiert. Eine so eine Laecherlichkeit. Wir haben uns vorgestellt wir werden an einen verlassenen Platz in der Natur gebracht, indem heisses Wasser aus dem Boden sprudelt. Im Grunde war es dann eine Baustelle, bei der uns Leute Eier verkaufen wollten (warum gerade Eier?), surrounded von Souvenierstandln. Die heisse Quelle ist ein Hallenbad gewesen, mit einem Bikini Shop. Da der Bus nur 20 min hielt war nicht mal Zeit ins Wasser zu gehen.
Naechste Woche gehts weiter nach Nepal.
wurmi - 11. August, 07:34
Wenn einem ein Land auf den Ersten Blick nicht in seinen Bann zieht, schaut man am Besten tiefer in das Leben der Menschen. Packt es einem noch immer nicht sollte man selbst packen. Bei Tibet hat der erste Eindruck ohne Frage versagt. Die Hauptstadt Lhasa, vermittelt einem nicht das Bild, das man von diesem Volk hat. Durch den Zug, der seit letztem Jahr nach Lhasa faehrt, hat diese Stadt in der ersten Haelfte d.J. jetzt schon die doppelte Anzahl an Touristen, die es im Ganzen letzten Jahr hatte! Dass hat natuerlich einen markanten Einschnitt in das Stadtbild genommen. Die Altstadt wird immer kleiner, alte tibetische Haeuser werden abgerissen, an ihre Stelle kommen Kaeufhaeuser und Touristenlaeden. Wenn man den Reisefuehrern Glauben schenkt, wird man in ein paar Dekaden die Tibeter wie die Nadel im Heuhaufen hier suchen koennen.
Um uns diesem Touristentroubel und traurigen Anblick zu entziehen, sind wir auf eigene Faust ins Land gefahren. Was nicht so einfach ist, da es ueberall Strassensperren gibt, wo die chinesische Armee, Touristen die nicht ohne Gruppe reisen, nicht durchlaesst. Jedoch gibt es immer einen Weg um diese Sperren. Wir hatten eine kleine Wegbeschreibung von einer drei Tages Tour ueber einen 5000 m Pass zu dem aeltesten Kloster in Tibet. Was wir in dieser kurzen Zeit erlebt haben, ist unglaublich. In den Bergen leben Tibeter, aehnlich wie in der Mongolei als Nomaden. Gleich am Anfang haben sich zwei junge Tibeter uns angeschlossen und fuehrten uns durch die Doerfer. Unsere Wegbeschreibung war bis auf kurze Strecken ueberfluessig, da uns immer geholfen wurde. Nachdem die zwei ihre eigenen Wege gingen und wir eine kleine Pause einlegten schliefen wir ein. Als ich die Augen aufmachte sah ich, dass es sich zwei Tibeter neben uns gemuetlich gemacht hatten und gewartet haben bis wir aufwachen. Sie haben unser Gepaeck genommen und es auf die Yak-Kuehe befestigt. Der uns bevorstehende Aufstieg auf ueber 4000 m wurde uns so um einiges erleichtert. Die Hoehe machte uns ganz schoen zu schaffen. Man geht 5 Schritte und hat das Gefuehl einen Sprint zurueckgelegt zu haben. Wir mussten erst lernen welches Tempo, das Richtige ist. Die Bergtibeter schnupften sich staendig irgendwas durch die Nase, dass einem das Atmen leichter macht. Ich habs natuerlich auch ausprobiert und musste husten und schneutzen wie ein Irrer. Als wir bei deren Zelt ankamen, dass aus Yakhaaren gemacht ist, bauten wir unser Lager auf. Wir bekamen zu essen und trinken. Tsampa, ein Gersteteig mit Karamelstuecken und einen Tee der sehr fettig durch die enthaltene Yakbutter ist.
Am naechsten Tag hatten wir den hohen Pass vor uns. Da die Familie nicht mitkam mussten wir jetzt unsere Sachen wieder selbst schleppen. Dieses Stueck gehen, war eines der anstrengensten Sachen die ich je gemacht habe. Ein kleiner Vorgeschmack auf Nepal. Danach gings zum Glueck nur noch steil bergab. Jede Familie die wir trafen, lud uns zum essen ein. Eigentlich haetten wir gar nicht so viel mitnehmen muessen. Unser naechstes Lager schlugen wir in einer bewaldeten Schlucht auf neben einem rauschenden Fluss. Obwohl der Fluss sehr laut war, hatten wir keine Probleme mit einschlafen.
Danach gings nur noch gerade aus und ein bisschen abwaerts. Wir erreichten das Kloster am spaeten Nachmittag. Da es in diesem kleinen Ort auch ein Guesthouse gab, konnten wir die naechste Nacht in einem gemuetlichen Betterl schlafen. Das Kloster war das beeindruckendste, dass wir bisher auf unsrer Reise gesehen haben. Da wir frueh morgens schon dort waren, konnten wir den Touristenfluten etwas ausweichen, und waren beim Gebet der tibetischen Moenche dabei.
Beim Weg zurueck nach Lhasa, mussten wir, um den Kontrollpunkten der Chinesen auszuweichen, einen Fluss mit einer Faehre ueberqueren und uns von der anderen Seite einen Bus nehmen.
Also Tibet hat uns beim zweiten Anblick ohne Frage gepackt. Die Erlebnisse in diesen Tagen haben uns gezeigt wie magisch dieses Land und die Leute sind. Schade, dass es so schwierig ist derlei Eindruecke zu bekommen.
wurmi - 5. August, 05:37
Hong Xu war unser erster Couchsurfing Host. Wir waren in seiner Wohnung fuer drei Tage untergebracht und bekamen ein bisschen einen Einblick in eine chinesische Familie. Hong sitzt Abends gern vorm Fernseher und schaut Fussball. Er ist ein ausgezeichneter Koch und hat uns immer mit leckeren Spezialitaeten versorgt. Wir haben es sehr genossen, und hoffen wir koennen uns mal revanchieren.
wurmi - 5. August, 05:07
Griass Gott beinaund!
Nach langer Pause mal wieder ein kleines Posting. Mit Bildern schaut's net so vielversprechend aus, da meine Kamera noch vom alten Schlag ist. Ein Mongole hat von uns ein paar Bilder auf seiner Digitalkamera gemacht, hat aber seither sein Versprechen noch nicht eingeloest, sie uns zu schicken.
Uns geht's (eh klar) gut. Seit heute morgen sind wir wieder in Beijing. Nach einem Monat Aufenthalt in der nahezu Menschenleeren Mongolei, ein glatter Schock. In der Mongolei bietet wunderschoene Bilder in der Natur. Es soll das am wenigsten besiedelte Land sein auf dieser Erde. Die Mongolen selbst sind bis zum geht nicht mehr gastfreundlich, und immer gut gelaunt. Miri und ich haben es bis zum letzten Moment genossen.
Von der Grenze mussten wir einen Schlafbus nehmen, da die Transsib die naechsten zwei Monate ausgebucht gewesen war. Schlafbus, nennt man dieses grauslige Vehicel moeglicherweise auch nur deshalb, weil statt Sitzen kleine Matratzen drinnen sind. Schlafen kann man nicht wirklich. Abgesehen davon, dass die Matratzen wenn es gut geht einen halben Meter Breite nur zusammenbringen, und der Polster eine Metallbuechse ist, in dem die Fuesse desjenigen gesteckt sind, der hinter einem schlaeft. Der Bus bietet einem exzellente Duefte von 40 Leuten die mit einem ihr Leid teilen. Und da es in China so gut wie keine Nichtraucherzonen gibt, muss das in einem Bus, in dem die Fenster nicht zu oeffnen sind, auch nicht sein. Zum Glueck sind wir 3 Stunden vor Plan in Beijing angekommen.
Unser weiterer Plan steht noch in den Sternen. Entweder wir nehmen die Route ueber Tibet und Nepal nach Indien. Und schliessen unsere Reise in Thailand. Oder wir fahren in das Suedwestliche China, ueber Reisfelder und wunderschoene Landschaften, nach Laos und Thailand und beenden in Indien.
Wie es auch kommen mag, es wird sicher lustig.
wurmi - 10. Juli, 03:47
Barta´a ist ein Dorf am Nordwestlichen Rand der Westbank. Die Einwohner leben in einer speziellen Situation. Nach der Grenze von 1948 nach dem Unabhaengigkeitskrieg, fiel es in palaestinensisches Gebiet. Nach dem 6-Tage-Krieg 1967 zog sich die Gruene Linie genau durch das Dorf und teilte so 3 000 Einwohner auf israelischer Seite von 4 000 auf palaestinensischer. Diese Grenze ist zwar nur imaginaer trotzdem haben die Einwohner auf der palaest. Seite Nachteile. Vor 5 Jahren, nach Ausbruch der Intifada und der Besetzung der Westbank wurde ein Checkpoint errichtet. Dieser steht 5 km von Barta´a entfernt, inmitten der Westbank.
Die 4 000 auf palaestinensischer Seite Lebenden, wurden so praktisch von ihrem eigenen Land abgegrenzt. Da ein Checkpoint taegl. nur von 8.00 - 21.00 geoeffnet ist und an allen juedischen Feiertagen geschlossen, erschwert es z.B. in akkuten Notfaellen den Transport von Patienten in besser ausgeruestete Kliniken. Und obwohl es keine richtige Grenze nach Israel gibt, ist es den Palaestinensern nicht erlaubt in Notfaellen nach Tel Aviv oder Haifa zu fahren. Dafuer muessten sie ein Visum beantragen, welches im Normalfall ca. eine Woche dauert. Welches wiederrum nur fuer medizinische Gruende verwendet werden darf. Will man jemanden besuchen gibt es ein extra Visum, will man Handel betreiben auch.
Als besonderer Gast an diesem Peace Walk war der Vizegouverneur von Jenin geladen. Er hat vorher lange um ein Aufenthaltsvisum fuer Israel gekaempft und hat es letztenendes fuer 3 Monate bekommen. Er hat uns erzeahlt, als er diesen Morgen um 8.00 Uhr puenktlich zum Checkpoint kam, musste er obwohl jemand anwesend war 1 1/2 Stunden warten, bis man ihn durchlies. Warum konnte er uns nicht beantworten. Trotz seiner wenigen Englischkenntnisse war es ihm ein wichtiges Anliegen uns so viel wie Moeglich von seiner Stadt und der Situation mitzuteilen. Er hat mich eingeladen nach Jenin zu kommen. Leider kann ich diese Einladung nicht entgegennehmen, da der einzige Weg nach Jenin zu kommen ueber Jerusalem ist, und an mehreren Checkpoints vorbeigeht. Es wuerde einen halben Tag benoetigen fuer eine Strecke von vielleicht 40 km wenn, man von Harduf ausgeht, der Ort in dem ich hier lebe.
Der Peace Walk ging vom Zentrum in Barta´a bis zum Checkpoint. Anfangs waren wir vielleicht 70 Leute. Als wir durch die arabische Stadt gingen vermehrte sich unsere Gruppe derart, dass ich als wir die Stadt verliesen, das Ende der Menschenschlange nicht mehr sehen konnte. Wie stark man hier nach Frieden hungert wurde mir einmal mehr bewusst.
wurmi - 24. Mai, 20:21
Im Sondertarif, der eigentlich den Fahrpreisen der OEBB aehnelt, sind wir gestern von Sharm El Sheikh nach Dahab gefahren.
Es gibt drei Dinge an die man sich sofort in einem arabischen Land gewoehnen muss. Das Erste ist, jeder Preis den du fuer irgendetwas bekommst, ist zwei oder drei mal teilbar. Genau wie bei uns bestimmt das Angebot und die Nachfrage. An einem Platz wie den Flughafen an dem taeglich, der Kultur Fremde Touristen, wie Wellen an den Strand gespuehlt, hier der nackten Realitaet ausgesetzt werden, ist die Nachfrage gross, und das Angebot wird von den Zahlenden selbst, in ueberdimensionalen Preisen gehalten. So kostete eine Fahrt vom Flughafen nach Dahab (100 km) anfangs 400 aegyptische Pfund fuer jeden. Nach langer Diskussion mit jeden dort anwesenden Taxifahrer, wiederholtem weglaufen wegen zu hoher Preise, zahlten wir dann pro Person nur noch 75 Pfund. Er hat uns jedoch gebeten ihm das Geld nicht im Augenwinkel der anderen Mitfahrer zu geben.
Das Zweite ist die Zeit. Die von uns Westlern immer so gut eingeteilte, genutzte und wertvolle Zeit. Die gibt es hier nicht. Und wenn dann nur inshalla. Was bei den Preisangaben das teilen ist, ist bei den Zeitangaben das multiplizieren. Am Besten man legt die Hoffnung ab, dass die versprochene Wartezeit wirklich eingehalten wird und wenn man eine Uhr mit sich traegt, dann die besser auch.
Das Dritte ist die Hitze. Ein staendiger Begleiter. Unser Ventilator im Hotelzimmer hat nur den Nutzen, dass die Gelsen nicht allzu ungemuetlich sind und einem wegen dem Geraeusch ein zwei Stunden Schlaf geraubt werden.
Sich an diese drei Dinge gewoehnen ist die halbe Miete fuer einen angenehmen Aufenthalt.
wurmi - 11. Mai, 17:31